Munterrichtsmethode 33: Erklären Sie´s Herrn Paul

pointiert – flapsig – zügig

Die Situation kennen Sie vielleicht: Am Kursende meldet sich Ihr Auftraggeber mit dem Wunsch, bei der Schlussrunde dabei zu sein. An sich ein schönes Anliegen. Dass in den letzten Minuten plötzlich ein „Fremder“ dabeisitzt, wirkt aber manchmal ein wenig bemüht. Ihn zu integrieren fällt bisweilen gar nicht so leicht. Und manchmal hemmt es die Lernenden, sich frei zu äußern. Das ist gerade am Schluss schade, wenn es darum geht, ein Fazit zu ziehen.

Mit der Methode „Erklären Sie’s Herrn Paul!“ stelle ich Ihnen heute einen eleganten Weg für diese Abschlusssituationen vor. Es geht ganz einfach. Begrüßen Sie Ihren Auftraggeber. Wir nennen ihn mal Herrn Paul. Bitten Sie ihn, neben dem Flip Chart oder der Tafel Platz zu nehmen. Schreiben Sie für alle gut sichtbar diesen kurzen Satz an: „Lieber Herr Paul, wären Sie gestern und heute hier mit dabei gewesen, dann hätten Sie gelernt …“

Jetzt wenden Sie sich an die Gruppe: „Unsere Lernzeit geht zu Ende. Zum Abschluss haben wir Besuch bekommen. Herr Paul ist da. Er ist er neugierig, was Sie hier gelernt haben. Leider konnte er nicht dabei sein. Um dies ganz schnell aufzuholen, bekommt er von uns eine Kurzzusammenfassung der wesentlichen Inhalte. Meine Bitte an Sie alle: Überlegen Sie, was Herr Paul gestern und heute verpasst hat. Wer eine Sache gefunden hat, beginnt einfach und wendet sich an unseren Gast. Sprechen Sie ihn direkt an. Am besten, Sie starten mit diesem Satz am Flip-Chart hier: „Lieber Herr Paul, wären Sie gestern und heute mit dabei gewesen, dann hätten Sie gelernt …“ So bekommt Herr Paul einen ganz schnellen Überblick. Und für uns ist es ganz nebenbei eine prima Wiederholung. Alles klar?“

Bald wird ein erster Lernender beginnen. Weitere folgen. Und Sie können zufrieden dabei sitzen. Herr Paul ist plötzlich ein willkommener Gast. Ihn zu informieren ist ein guter – und vor allem ein wirklicher, kein konstruierter – Anlass für die Teilnehmenden, das Gelernte wiederzugeben.

Noch eine hilfreiche Variante: Eine Teilnehmerin kommt zu spät. Frau Müller zum Beispiel. Drei Stunden haben Sie schon gearbeitet. Jetzt überlegen Sie, wie Sie Frau Müller integrieren können. Bitten Sie die anderen Teilnehmenden, für Frau Müller eine Kurzzusammenfassung der wesentlichen Inhalte zu geben. Jeder sagt beispielsweise nur einen Satz. Nach wenigen Minuten ist Frau Müller fürs Erste gut informiert. Alle Teilnehmenden haben die bisherigen Ergebnisse noch einmal zusammengefasst. Und Sie sehen, wie gut die Dinge verstanden wurden und wie präsent sie noch sind. Dann geht’s weiter – jetzt mit Frau Müller an Bord. Freuen Sie sich also auf den nächsten Zuspätkommer in Ihrem Kurs. Viel Spaß mit „Erklären Sie’s Herrn Paul!“

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