Munterrichtsmethode 13: Inventur

gründlich – herausfordernd – meditativ

Ihre Kursgruppe hat sich intensiv mit dem Seminarthema beschäftigt. Heute erklären Sie: „Sie haben schon eine Menge zu unserem Thema gelernt. Bevor wir weiter machen, halten wir inne und schauen zurück. Bitte nehmen Sie sich ein leeres Blatt Papier und einen Stift. Ihre Aufgabe ist es, Inventur zu machen. Schreiben Sie auf das leere Blatt so viele Begriffe zu unserem Thema wie möglich. Alles, was Ihnen dazu einfällt. Sie können Worte aufschreiben, Halbsätze oder Sätze. Sie können ganz durcheinander schreiben. Oder Sie legen ein Mindmap an. Oder eine Tabelle. Ganz egal wie, wichtig ist, dass es Ihnen gelingt, mindestens 23 Begriffe aufzuschreiben.“

Vielleicht reagieren die Lernenden mit einem Raunen. Denn 23 Begriffe erscheinen auf den ersten Blick sehr viel. Da sind ein paar unterstützende Sätze gut: „Die ersten Begriffe werden Ihnen sicher gleich einfallen. Häufig ist es so, dass man nach 10 bis 12 gefunden Worten denkt, dass jetzt nichts mehr nachkommt. Wenn Ihnen das so geht, wissen Sie, dass Sie im Tal der Erinnerungen gelandet sind. Bleiben Sie dran. Dann werden die verbleibenden Informationen bestimmt nachfließen.“

Jetzt wird es still im Raum. Die Teilnehmenden denken und notieren Begriffe. Das wird – je nach Zielzahl, 5 bis 10 Minuten dauern. Wie viele Begriffe Sie die Lernenden sammeln lassen, hängt davon ab, wie viel Stoff Sie bereits behandelt haben und wie lange die Lernzeit zurückliegt. Gut ist es, eine Zahl zu wählen, die einerseits machbar und andererseits ambitioniert ist. So, dass die Teilnehmenden tief in den Wissensspeichern wühlen und auch Einzelheiten hervorkramen müssen.

Die Zahl hat eine weitere Wirkung. Sie motiviert die Fortschrittsfans in Ihrer Gruppe. Ein ganz konkretes Ziel soll erreicht werden, dem man sich Schritt für Schritt nähern kann. Immer wieder beobachte ich, wie die Teilnehmenden ihre Worte zählen. Und mich anstrahlen, wenn Sie alle 23 Begriffe gefunden haben …

Bitten Sie die Lernenden, zum Ende zu kommen. Nun können die Teilnehmenden jeweils bei den Nachbarn schauen, was sie gefunden haben und ihre Sammlung ergänzen. Oder Sie machen es ein wenig spannender: Bitten Sie einen ersten Teilnehmenden, ein Wort aus seiner Sammlung vorzulesen. Von der Nachbarin kommt der nächste Begriff. Allerdings einer, der noch nicht genannt wurde. So hören Sie reihum in sehr kurzer Zeit viele Begriffe zum Lernstoff.

Nach erfolgreicher Inventur geht’s mit einer guten Basis weiter im Thema.

Das Schöne an der Inventur: Es ist eine stille Methode. Anders als bei den lauten Methoden „Wanderfrage“ oder „Stichwortsalat“ kann hier jede und jeder im eigenen Tempo still denken. Ein Genuss für Lernende mit reaktivem Muster!

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