Wie reagiere ich auf falsche Antworten?

Stellen wir uns folgende Situation vor: Sie haben eine Frage gestellt. Teilnehmer Franz antwortet mit Freude. Allerdings ist die Antwort inhaltlich falsch. Sie haben gefragt: „Was wissen Sie über Marie Curie?“ Franz hat geantwortet: „Marie Curie hat den Medizin-Nobelpreis gewonnen.“ Das stimmt so nicht. Marie Curie gewann die Nobelpreise für Physik und Chemie.

Wie reagieren Sie?

Ich war lange unsicher, wie ich mich bei inhaltlich falschen Antworten verhalten sollte. Soll ich sofort eingreifen? Soll ich einfach darüber hinweggehen? Inzwischen habe ich ganz hilfreiche Wege gefunden. Manchmal versuche ich es mit ein wenig Wartezeit. Bisweilen bewirken schon ein paar Sekunden, dass der Antwortgeber noch einmal über seine Antwort nachdenkt und gleich selbst eine Autokorrektur nachschiebt. „Oh, ich glaube, es war nicht der Medizin-Nobelpreis. Es waren Physik und Chemie.“

Möglich ist auch, die Position freundlich an alle Teilnehmenden gerichtet in die Runde zu geben. „Sie haben eine erste Vermutung gehört. Was denken Sie dazu?“

Oder ich selbst sage mit unaufgeregter Stimme: „Hier melde ich mich und ergänze: Es waren die Nobelpreise in Physik und Chemie, die Marie Curie gewonnen hat, nicht der Medizin-Preis.“ Diese kurze Richtigstellung gebe ich als Fachvertreter, der sich im Stoff auskennt und deshalb Seminare dazu anbieten kann. Ich rufe mir in Erinnerung, dass die Lernenden von mir erwarten dürfen, dass ich, wo nötig, korrigiere. Wenn ich das unterlasse, kann es bewirken, dass die Teilnehmenden einander nicht mehr zuhören, weil sie vermuten, hier „Falsches“ zu lernen.

Bei diesen Richtigstellungen achte ich darauf, dass ich ruhig, freundlich und wertschätzend spreche. Wenn ich bei falschen Antworten einmal die Augen verdrehe oder mich über die Antwort lustig mache, hat das enorme Wirkungen: Franz wird sich gut überlegen, ob er sich ein weiteres Mal beteiligt. Und alle anderen lernen, dass man hier besser überlegt, was man sagt …

Das neue Buch ist da

„Wie entwickle ich ein gutes Seminarkonzept?“, „Wie führe ich lernwirksame Seminare durch?“ Antworten auf diese Fragen finden Sie in meinem neuen Buch.

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Zu meiner Person

Mein Name ist Harald Groß. Seit über 20 Jahren bin ich Didaktik-Trainer. Ich helfe Ihnen, Seminare zu entwickeln und durchzuführen, in denen Ihre Teilnehmenden in kurzer Zeit viel lernen können. Jährlich im März und im August startet in Berlin unter meiner Leitung ein neuer Kurs der Orbium-Trainer:innen-Ausbildung.

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