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Ausgewählte Fachartikel

Harald Groß "Was tun, wenn's stockt im Seminar?"
Beitrag von Harald Groß auf der Seite "Lehre laden" der Ruhruniversität Bochum

Stellen Sie sich vor: Sie blicken in lauter wache, interessierte Gesichter. Die Studierenden stellen engagiert Fragen. Und noch bevor Sie eine Aufgabe ganz erklärt haben, setzen sich alle in Bewegung ... Dieser „Seminarflow“ ist klasse; Teilnehmende, Thema und Sie sind im Fluss. Alles ist leicht, die Zeit vergeht wie im Flug. Nicht immer läuft es so ab im Kurs. Manchmal stockt es auch und Trägheit macht sich breit. Es dauert lange, bis auf Ihre Fragen jemand antwortet. Sekunden schleppen sich zu Minuten. Alles ist mühsam und anstrengend und irgendwie will das Seminarschiff nicht in Fahrt kommen.

Wie der "Seminarflow" entsteht und wie Sie ihn fördern können, dazu finden Sie hier im Artikel Anregungen.


Harald Groß Munterbrechungen ® - Aktivierende Auflockerungen für die Seminarpraxis
Quelle: Trainerkontaktbrief Nr. 68 10/09
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Wach, konzentriert und mit lustvollem Schwung - sind möglichst viele Teilnehmenden in diesem energetischen Zustand, dann lassen sich in Seminaren und auf Konferenzen mit Leichtigkeit gute Ergebnisse erzielen. Mit den Munterbrechungen® können Sie aktiv Einfluss auf die Energie der Teilnehmenden nehmen – mit spürbarer Wirkung, auch bei langen oder anstrengenden Veranstaltungen.

Frischer Schwung ist gefragt!

Im Laufe von Veranstaltungen gibt es immer wieder Momente, in denen frische Energie gut tun würde. Wenn die Kräfte und die Konzentrationsfähigkeit der Teilnehmenden, zum Beispiel nach der Mittagspause oder gegen Abend nachlassen, dann sind Sie als Seminarleitung gefragt, für frischen Wind zu sorgen. Wie ein Kapitän auf hoher See gilt es jetzt, gegenzusteuern und – vielleicht auch entgegen eigenen Ermüdungserscheinungen – wieder für neuen Schwung zu sorgen. Das kann mit den Munterbrechungen® prima gelingen. Heute stelle ich Ihnen einen meiner liebsten „Tempomacher“ vor, die Fingerjagd. Los geht’s.

Auf Schnelligkeit kommt es an

Für diese Munterbrechung® bitten Sie alle Teilnehmenden, alles aus den Händen zu legen und sich in einem Kreis aufzustellen. Wenn alle gut stehen, erklären Sie: „Beim nächsten Seminarbaustein wird gleich unsere volle Aufmerksamkeit gefordert sein. Mit diesem Experiment bereiten wir uns darauf vor. Bitte nehmen Sie dazu Ihre linke Hand und öffnen Sie die Handfläche nach oben. Halten Sie diese geöffnete Hand nun auf Brusthöhe zwischen sich und Ihrem linken Nachbarn. Jetzt kommt Ihr rechter Zeigefinger ins Spiel. Bitte stellen Sie den rechten, ausgestreckten Zeigefinger in die linke, geöffnete Hand Ihres rechten Nachbarn.“ Zugegeben, das hört sich zunächst kompliziert an. Wenn Sie als Moderator die beiden Haltungen vormachen, ist es aber ganz einfach. Sobald alle die Ausgangsposition gefunden haben, erklären Sie weiter: „Häufig hat man im Leben mehrere Aufgaben gleichzeitig. Hier kommen 2. Ich gebe Ihnen ein Startzeichen. Ihre eine Aufgabe wird sein, mit Ihrer linken Hand zu versuchen, den Zeigefinger Ihres linken Nachbarn zu fangen. Gleichzeitig – das ist Ihre zweite Aufgabe – achten Sie bitte darauf, dass Ihr eigener Finger nicht von Ihrem rechten Nachbarn gefangen wird. Fangen und Fliehen sind also gleichzeitig gefordert. Eine Bitte: Packen Sie bei der Fingerjagd bitte so einfühlsam zu, dass der Finger Ihres Nachbarn gesund und schmerzfrei bleibt, auch wenn er gefangen wird.“

Auf die Plätze, fertig, los!

Nehmen Sie nun zu allen Teilnehmenden Blickkontakt auf und fragen Sie, ob alles klar ist. Vielleicht erinnern Sie die Gruppe noch einmal daran, die Handflächen der linken Hände flach zu halten. Denn wer mit der Hand den Finger des Nachbarn schon fast umschlossen hält, hat es bei der Jagd natürlich ungleich leichter. Jetzt kann es losgehen: „Gleich kommt das Startzeichen. Dann fangen und fliehen Sie! Auf die Plätze, fertig, los!“ Die erfolgreichen Fänger jubeln, die Gefangenen denken über Ihre Strategie für die nächste Runde nach. Schließen Sie noch 1 oder 2 Durchgänge an. Und dann können Sie noch eine Variante einläuten: Das Prinzip bleibt gleich, nur die Richtung ändert sich. Denn jetzt bitten Sie die Teilnehmenden, mit der rechten Hand zu fangen und mit dem linken Zeigefinger zu fliehen ... Geben Sie den Leuten ein wenig Zeit, denn jetzt müssen alle umdenken.

Man kommt ohne Material aus!

Fingerjagd, das ist ein echter Hit unter den Munterbrechungen®. Sie geht flott, man kommt ohne Material aus und kann sie an nahezu allen Orten durchführen, auch mit sehr großen Gruppen. Und: Der kleine Energiebringer lässt sich bei vielen Themen geschmeidig ins Programm einbauen: immer dann zum Beispiel, wenn es in einer Veranstaltung um die Frage geht, wie 2 oder mehrere Themen oder Aufgaben möglichst zeitgleich bedacht und im entscheidenden Moment angepackt werden können.

„22 Munterbrechungen®“ im Schilling-Verlag erschienen

21 weitere, einfache und wirkungsvolle Munterbrechungen® und viele Varianten werden im Buch beschrieben, zum Beispiel „Waldi, der Wadenbeißer“ oder „King-Kong- Atmung“. Der Band erscheint im Herbst ´09 im Schilling Verlag, Berlin. Bis 15.10.09 bestellbar mit 20% Subskriptionsrabatt unter: www.orbium.de oder www.schilling-verlag.de.


Harald Groß Munterbrechungen ® - Aktivierende Auflockerungen für die Seminarpraxis
Quelle: Trainerkontaktbrief Nr. 67 07/09
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Wach, konzentriert und mit lustvollem Schwung - sind möglichst viele Teilnehmenden in diesem energetischen Zustand, dann lassen sich in Seminaren und auf Konferenzen mit Leichtigkeit gute Ergebnisse erzielen. Mit den Munterbrechungen® können Sie aktiv Einfluss auf die Energie der Teilnehmenden nehmen – mit spürbarer Wirkung, auch bei langen oder anstrengenden Veranstaltungen.

Nicht gleich einschlafen

Wozu Munterbrechungen? Ich möchte Ihnen ein kleines, aber prägendes Erlebnis erzählen, das zur Geburtsstunde des Titels „Munterbrechungen“ wurde. An einem Samstag übernahm ich an einer Berliner Hochschule eine neue Kursgruppe. An sich nichts Ungewöhnliches. Das Seminar begann wie viele andere auch mit einer Kurzvorstellung aller Teilnehmer. Das lief zunächst ganz gut. Dann kam eine Studentin in der Mitte des Tischhalbkreises an die Reihe. Nach einer ungewöhnlich langen Pause begann sie mit gedämpfter Stimme und ernstem Blick: „Mein Name ist Birgit. Ich komme aus Sachsen-Anhalt, und ich bin eigentlich immer gut drauf, aber nicht an einem Samstagmorgen um 8.30 Uhr. Ich bin mal gespannt, wie Sie es schaffen wollen, dass ich nicht gleich einschlafe, sondern bis 17.30 Uhr durchhalte.“ Zack! – Die Studentin hatte laut ausgesprochen, was vielleicht manche anderen Studierenden auch dachten – und was sicher viele Lernende in vielen Kursen befürchten. Schlagartig war es still im Raum. Ein wenig Zeit für mich, um über diese ehrliche Aussage nachzudenken: „Halb neun bis halb sechs – das ist eine lange Lernzeit. Was kann ich also anbieten, damit der Tag nicht ganz so „furchtbar“ wird, wie Birgit es formulierte.“

Was kann ich bieten?

Drei gute Bedingungen fielen mir auf die Schnelle ein: 1. Unser Thema hat Bezüge zum Alltag der Lernenden. Dadurch wird es für viele unerwartet spannend. 2. Wir lernen und arbeiten mit den aktivierenden Munterrichtsmethoden®. 3. Ich selbst bin der Erste der Lust hat auf gute und gewinnbringende Lerntage! Also sorge ich auch dafür. Keine schlechte Ausgangslage also. Ich wusste aber, dass ich noch etwas in petto hatte: Kleine Aktivitäten zur Auflockerung, mit denen ich es ihnen und auch mir selbst erleichtern würde, über die lange Lernzeit hinweg konzentriert zu bleiben – und sogar noch Spaß an diesem Arbeitstag zu haben.

Es geht ganz schnell!

Die Munterbrechungen®, das sind eine Vielzahl von kurzen, oft ganz einfachen Übungen, mit denen Sie den Seminartag immer wieder unterbrechen und die Lernenden überraschen können. Es geht ganz schnell – höchstens 7 Minuten, oft nur 3 oder 5. Diese wenigen Minuten sind gut investiert. Denn sie wirken sich spürbar aus auf die Lern- und Arbeitsfähigkeit der Teilnehmenden. Sie bringen Spaß, Abwechslung und Bewegung in Arbeits- und Denktage. Auch auf die Zusammenarbeit in der Gruppe nehmen sie Einfluss und tragen zum gegenseitigen Kennenlernen bei. Und sie bringen Abstand von den „ernsten“ Inhalten, Fachfragen oder Aufgaben und sorgen für Leichtigkeit zwischendurch. Ich merke: Ich will gar nicht mehr ohne unterrichten, trainieren und moderieren!

Kleiner Hebel – große Wirkung!

Als kleines Beispiel stelle ich Ihnen eine der einfachsten Munterbrechungen® vor, den Positionswechsel. Hier gilt die Formel: „Kleiner Hebel – große Wirkung!“ In vielen Veranstaltungen präsentieren Teilnehmende in Gruppen Arbeitsergebnisse. Das ist prima, denn so sind alle aktiv beteiligt. Oft habe ich jedoch beobachtet, dass die Konzentration bei den Zuhörern von Präsentation zu Präsentation nachlässt und es immer unruhiger wird. Das muss nicht sein. Mit dem Positionswechsel können Sie mit wenig Aufwand gegen wirken, indem Sie einfach erklären:

Platzwechsel in 30 Sekunden

„Das Ergebnis von Gruppe 2 haben wir gehört. Vielen Dank. Bevor Gruppe 3 ihre Ideen vorstellt, bitte ich Sie alle, aufzustehen und Ihren Platz zu wechseln. Bitte nehmen Sie einen Platz ein, auf dem Sie heute noch nicht gesessen haben. Aber Achtung: Sie haben nur 30 Sekunden Zeit. Dann müssen alle an ihrer neuen Position angekommen sein.“ So können Sie richtig Schwung in den Raum bringen. Beim ersten Mal sind die Leute oft irritiert, fragen sich: „Meint er das jetzt ernst?“. Hier ist ein klares, kraftvolles Auftreten gefragt. Der schnelle Wechsel sorgt für Dynamik: beim Einzelnen, denn jeder kommt in Bewegung; in der Gruppe, denn die Leute tauschen sich innerhalb des Gewusels aus, wer schon wo gesessen hat. Oft wird dabei viel gelacht. Aber auch die Weiterarbeit verändert sich: Es macht einfach einen Unterschied, wenn die Teilnehmer aus neuen Perspektiven auf die nächste Präsentation schauen und in neuen Konstellationen nebeneinander sitzen: Sie sind wacher, aufnahmefähiger und können dem Geschehen mit einer neu gewonnenen Konzentration folgen.

Munterbrechungen® sind ab Herbst im Handel

21 weitere, einfache und wirkungsvolle Munterbrechungen und viele Varianten werden in meinem neuen Buch beschrieben, zum Beispiel „Waldi, der Wadenbeißer“ oder „King-Kong-Atmung“. Der Band erscheint im Herbst 2009 im Schilling Verlag Berlin. Bis 15. Oktober bestellbar mit 20 % Subskriptionsrabatt unter www.schilling-verlag.de.

Sie haben Lust, die Munterbrechungen® näher kennen zu lernen?

Gelegenheit dazu gibt es zum Beispiel am 23. August 2009 bei „Tipps und Tools“ in Köln: www.tippsundtools.de

Immer aktuell: Auf dem Munterrichtsmethoden- Blog finden Sie neue Methoden, Anregungen für die Seminarpraxis und Veranstaltungstipps für Trainer und Dozenten: www.munterrichtsmethoden.bblogs.de


Spielbar III Spielbar III bei Manager Seminare mit Beiträgen
von Gert Schilling und Harald Groß

Quelle: http://www.managerseminare.de/Wir_ueber_uns/Presseinformation?urlID=179318
'Spielbar III. 62 Trainer präsentieren 83 frische Top-Spiele aus ihrer Seminarpraxis' heißt die bereits dritte Spielesammlung des Spezialisten für Trainingsmethodik Axel Rachow (Hrsg.) im Weiterbildungsverlag managerSeminare: Trainerinnen und Trainer stellen hier einen Fundus aus erprobten Spielen vor, aus dem Seminarleiter ihr Methodenrepertoire für eine anregende Seminargestaltung erweitern können.
Der Schwerpunkt des neuen Bandes liegt auf gelungenen Energizern, Effekten und Metaphern. Trainer erhalten Tools, die die Aufmerksamkeit der Gruppe fesseln, die Teilnehmer beteiligen, stimmige Effekte, die anregen, verblüffen oder neugierig machen im Einklang mit den neuesten Erkenntnissen der (Neuro-)Didaktik. Neu sind dabei die Visualisierungshilfen zu jeder Spielbeschreibung.

Während 'das ganze Jahr Karneval' ist, laufen die Spieler Gefahr, auf der Flucht vor 'Voldemorts Fluch' unters 'Rad des Neandertalers' zu kommen. Vielleicht treffen sie aber auch auf den 'weisen Rabbiner', finden gar den 'Stern der Wahrheit'... Auch wenn man es aus den witzigen Spielnamen noch nicht erkennen kann, handelt es sich dabei um im jeweiligen Trainingskontext gezielt einsetzbare nützliche Übungen mit fest umrissenen Lernzielen.

Zum Beispiel Gabriele Braemers 'Spitfire': Hierin erzählen die Teilnehmer ohne Vorbereitung mit spontan eingeworfenen Begriffen eine möglichst sinnvolle Geschichte. Die Teilnehmer lernen bei dieser Übung, den inneren Bildern und Assoziationen zu vertrauen, das Naheliegende zu sagen und den inneren Zensor auszuschalten.

Neben der Spielbeschreibung sind zu jedem Spiel Variations- und Einsatzmöglichkeiten, Spielziele und technische Hinweise wie die erforderliche Gruppengröße, benötigtes Material, Dauer und Vorbereitungszeit sowie Auswertungshinweise gelistet. Hohen Anwendernutzen hat das Ordnungssystem, das dem Trainer die Suche nach dem passenden Spiel für das Seminar und die jeweilige Seminarphase ermöglicht.

Neben dem Inhaltsverzeichnis gibt es zwei weitere Übersichtstabellen, in denen die Übungen den verschiedenen Spielkategorien und –zielen zugeordnet sind. Darüber hinaus lässt sich in den Tabellen mittels eines Punktesystems erkennen, ob es sich um ein ruhiges, lebhaftes oder aktives Spiel handelt und wie intensiv die Vorbereitungszeit für den Spielleiter ist. Nutzerorientiert ist auch die Verarbeitung des Buches selbst. Aus dem Spiele-Pool sämtlicher Bände lassen sich alle Seiten als Karteikarten mühelos heraustrennen und mithilfe der Inhaltsverzeichnisse zu einer persönlichen Spielekartei zusammenstellen oder eine bestehende Spielekartei erweitern.


Spielbar III. 62 Trainer präsentieren 83 frische Top-Spiele aus ihrer Seminarpraxis
managerSeminare, Bonn 2009; 272 S., kt. ISBN 978-3-936075-88-5, 46,00 Euro.

Harald Groß Aktivierende Lehrmethoden für die Seminarpraxis
Lernstoff mit der „Inventur“ langfristig frischhalten
Quelle: Trainerkontaktbrief Nr. 65 02/09
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Wie gut gelingt es Trainern, den Stoff „rüberzubringen“? Wecken und halten sie das Interesse der Lernenden am Thema? Das klappt besonders dann gut, wenn die Teilnehmer sich aktiv mit dem Lernstoff auseinandersetzen. Mit den Munterrichtsmethoden von Harald Groß sind die Lernenden – mit Lernerfolg und zugleich mit Freude – munter bei der Sache. Und das auch bei sperrigen Themen!

„Wer studiert, nicht repetiert, der hat gesät und nicht gemäht“

In diesem jüdischen Sprichwort liegt eine zentrale Lernweisheit. Was wir langfristig lernen wollen, müssen wir immer wieder bewegen. as Gelernte will erinnert, wiedergegeben, bertragen und angewandt werden, damit sich die neuronalen Verbindungen festigen. Eine meiner derzeitigen Lieblingsmethoden zum Frischhalten des Lernstoffs, die Inventur, stelle ich Ihnen in diesem Artikel vor. Die Methode an sich ist ganz einfach. Und dennoch hat sie große Wirkung. Denn die fordert die Lernenden auf, tief in ihrem Wissensnetzen zu forschen.

Inventur
„Herzlich willkommen zum fünften Baustein unseres Marketingseminars. Heute ist „Halbzeit“ unseres Kurses und weitere fünf Bausteine liegen noch vor uns. Bevor wir mit dem nächsten Thema loslegen, bitte ich Sie zu einer Seminarinventur. Auf Ihrem Tischliegen schon große Blätter und Stifte bereit. In den kommenden 15 Minuten haben Sie folgende Aufgabe. Bitte schreiben Sie auf dem Bogen alles auf, was Ihnen zu unserem Thema „Marketing für Mittelständler“ einfällt. Notieren Sie alles, was Sie hier im Kurs gelernt haben, woran Sie sich erinnern, was Sie mit dem Thema in Verbindung bringen. Lassen Sie Ihren Gedanken einfach freien Lauf. Sie brauchen Ihre Ideen nicht zu ordnen.
Sammeln Sie auf dem Blatt einfach alles, was Ihnen einfällt. Wenn Sie wollen, können Sie Ihre Sammlung als MindMap anlegen. Wichtig ist, dass Sie so viele Informationen wie möglich sammeln. Vier Seminarteile liegen bereits hinter uns. Da wird eine Menge zusammenkommen. Bitte sammeln Sie mindestens 33 Gedanken – gerne auch mehr.“

Mindestens 33 Gedanken!
Nachdem wir diesen Auftrag vorgestellt haben, blicken wir oft in zweifelnde Gesichter. Häufig ernten wir Reaktionen wie diese: „Wir sollen mindestens 33 Infos sammeln? Was soll ich denn da aufschreiben? Das schaffe ich nie!“ Oder „Das ist ja voll anstrengend!“
Meist wiederholen wir den Auftrag noch einmal und ermutigen die Teilnehmer, es einfach zu versuchen. „Ja, bitte notieren Sie mindestens 33 Fakten und Erinnerungen zu unserem Seminarthema. Probieren Sie es einfach mal aus. Ich bin sicher: Nach kurzer Bedenkzeit wird Ihnen eine Menge einfallen. Auf 15, 20 Infos kommen Sie ganz locker. Vielleicht wird es dann zäher und Sie zweifeln, ob Sie noch mehr finden können. Das ist ganz normal. Bei Aufgaben wie dieser landen wir nach dem ersten Gedankenschub oft im Tal der Kreativitätskurve. Wenn Sie sich die anschauen, sehen Sie aber, dass nach dem ersten Tal noch ein zweiter Anstieg wartet. Also: Nicht aufgeben, wenn vielleicht nichts mehr zu kommen scheint, machen Sie einfach weiter!“

Tief in den Wissensnetzen stöbern
Wenn der Auftrag klar ist, starten die Teilnehmer. Je nach Arbeitstempo der Lernenden und der Fülle des bislang erarbeiteten Stoffs geben wir für die Sammlung zwischen 10 und 25 Minuten Zeit. Bei der Zeitplanung ist uns wichtig, die Lernenden nicht durch eine zu kurze Zeitspanne zusätzlich unter Druck zu bringen. Wie viele Erinnerungen die Lernenden zusammentragen sollen, hängt davon ab, wie viel Inhalt bisher erarbeitet wurde. Nach nur ein oder zwei Seminareinheiten können auch 10 oder 15 Informationen als Ziel ausreichen. Wichtig ist, dass mit dem Auftrag eine Herausforderung verbunden ist. Die Lernenden sollen nicht nur locker die ersten Erinnerungen abrufen, sie sollen tief in ihrem Wissensnetz stöbern und auch Details hervorholen, die ihnen nicht auf Anhieb in den Sinn kommen. Viele Teilnehmer wirken nach der Übung richtig zufrieden mit sich selbst: „Wow, das ist ein gutes Gefühl. Manchmal habe ich daran gezweifelt, ob ich hier überhaupt schon richtig was gelernt habe. Die Sache hat mir gezeigt, dass doch ganz schön viel hängen geblieben ist.“
Nachdem die Lernenden gesammelt haben, gibt es verschiedene Möglichkeiten, wie Sie weiterarbeiten können. Sie können die Teilnehmer bitten, sich in Paaren ihre Sammlung vorzustellen. Oder Sie fordern die Leute auf, jeweils eine Erinnerung reihum zu präsentieren. Besonders spannend wird das, wenn Sie darum bitten, jeweils eine neue Information zu nennen, die von den Vorrednern noch nicht vorgetragen wurde. So entsteht ein umfassender Rückblick, bei dem alle wesentlichen Seminarinhalte angesprochen wurden. Häufig ist das sehr schön, weil eine Art "Feuerwerksstimmung“ aufkommt: it „Ah“, „Oh“, „Ach, ja stimmt!“ werden viele Beiträge kommentiert.

Harald Groß Aktivierende Lehrmethoden für die Seminarpraxis
Was tun, wenn keiner antwortet...
Quelle: Trainerkontaktbrief Nr. 64 10/08
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Wie gut gelingt es Trainern, den Stoff „rüberzubringen“? Wecken und halten sie das Interesse der Lernenden am Thema? Das klappt besonders dann gut, wenn die Teilnehmer sich aktiv mit dem Lernstoff auseinandersetzen. Mit den Munterrichtsmethoden von Harald Groß sind die Lernenden – mit Lernerfolg und zugleich mit Freude – munter bei der Sache. Und das auch bei sperrigen Themen!

Spannende Frage – keiner antwortet
Haben Sie das schon erlebt? Sie referieren in einem Seminar oder einer Vorlesung. Häufig versuchen Sie, den Lernenden den Ball zuzuspielen. In einem Politikkurs zum Beispiel mit dieser Frage: „Oft wurde in den letzten Jahren eine Direktwahl des Bundespräsidenten durch die Bundesbürger diskutiert. Wie stehen Sie dazu?“
Auf Ihre Fragen ernten Sie jedoch müdes Schweigen. Es scheint, als fühlte sich niemand angesprochen. Nach peinlicher Stille sind es immer ieder dieselben, die sich „erbarmen“. Was in den Köpfen der anderen vorgeht, bleibt verborgen. Warum fallen die Reaktionen so spärlich aus? Trauen sich die Teilnehmer nicht? Fehlt ihnen der Bezug zum Thema, oder haben sie einfach keine Lust? Möglich ist auch, dass sich die Lernenden bei Ihren Fragestellungen, die an alle 20 oder 30 Teilnehmer im Raum gerichtet sind, nicht direkt genug gemeint fühlen.
Aus welchen Gründen auch immer die Beteiligung der Gruppe so gering ist, bei manchen Fragen wünschen Sie sich die aktive Mitarbeit möglichst aller. Mit den beiden folgenden Munterrichtsmethoden können Sie sich diesen Wunsch erfüllen:

Brillenträger aufgepasst!
Die Idee des „Brillenträgervotums“: Sie sprechen wenige Lernende gezielt an, zum Beispiel so: „Oft wurde diskutiert, ob der Bundespräsident direkt von den Bürgern gewählt werden sollte. Wie stehen Sie zu einer Direktwahl? Ich wünsche mir ein Votum von allen Brillenträgern in unserer Runde.“ „Oho! Was ist das?!“, fragen sich die überraschten Teilnehmer und erkennen: „Wenn ich meine Brille aufhabe, bin ich gleich dran!“ Richtig, denn jetzt sind die 3 oder 7 Brillenträger gefragt. „Sie sind Brillenträger“, sprechen Sie einen ersten Teilnehmer an, „was denken Sie über die Frage der Direktwahl?“

Friesen, Schwaben oder Berliner ...
Reihum holen Sie die Beiträge der Brillenträger ein. „Aber was hat die Präsidentenwahl mit Brillen zu tun?“, grübeln die Lernenden. Einen Zusammenhang gibt es nicht; es geht nur darum, eine mehr oder weniger zufällige Teilgruppe des Kurses auszuwählen. Sie können sich auch Attribute ausdenken, die zum Thema einen (möglichst nicht zu ernsten) Bezug haben. Im Grunde können Sie jede beliebige Gruppe unter den Lernenden ansprechen. Zum Beispiel: „Was sagen die Frauen dazu, was die Männer?“, „Wie urteilen die Friesen, wie die Schwaben?“, Ich setze das Brillenträgervotum gerne ein, wenn ich die Aufmerksamkeit möglichst vieler Teilnehmer ohne großen Aufwand auf eine Frage lenken will.

Blinde Entscheidung
Vielleicht wünschen Sie sich auch ein Votum aller Lernenden? Hier könnte die „Blinde Entscheidung“ der passende Weg sein. Zunächst weihen Sie die Lernenden in das Vorgehen ein: „Ich werde Ihnen gleich eine Frage stellen. Dabei gilt eine besondere Spielregel für das Antworten: Sie haben zwei Möglichkeiten: Entweder antworten Sie mit "Ja“, dann halten Sie Ihren Daumen nach oben; oder mit „Nein“, dann halten Sie Ihren Daumen nach unten. Haben Sie die Spielregel verstanden?“

Daumen nach oben!
Wenn nun alle Daumen nach oben gehen, fahren Sie fort: „Nachdem die Regel für alle klar ist, können Sie es sich gemütlich machen. Lehnen Sie sich zurück, strecken Sie die Beine aus. Bitte schließen Sie Ihre Augen – es wird Ihnen nichts Unangenehmes passieren. Gleich kommt die Frage. Bitte stimmen Sie mit Ihrem Daumen ab, und halten Sie Ihr Votum so lange aufrecht, bis ich Bescheid gebe.“ Wenn alle Formfragen geklärt sind, kommt Ihre Frage: „Sollte der undespräsident direkt von den Bürgern gewählt werden? Ja oder Nein?“ Geeignet sind Fragen, die in der Regel nicht eindeutig falsch bzw. richtig beantwortet werden können.
Wenn alle Lernenden abgestimmt haben, bitten Sie die Teilnehmer, die Daumen weiter zu halten und die Augen zu öffnen. Nun wird es spannend. Wie haben sich die anderen entschieden? Sie können die Gruppe nun bitten, sich neu zu platzieren. Auf der einen Seite jene, die mit „Ja“, auf der anderen Seite die, die mit „Nein“ gestimmt haben. Sie können in die Runde fragen: „Sie haben mit „Ja“ geantwortet. Was hat Sie dazu bewogen?“ Häufig ist die „Blinde Entscheidung“ der Start einer lebhaften Diskussion. Seit vielen Jahren setze ich die Methode ein. Und immer ist es spannend. Denn: Die Augen zu schließen, nicht zu wissen, was passiert, was die anderen tun – das war schon als Kinder spannend. Und es ist es noch immer!

Harald Groß Aktivierende Lehrmethoden für die Seminarpraxis
Schwärzen - eine besondere Lesetechnik!
Quelle: Trainerkontaktbrief Nr. 63 07/08
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Wie gut gelingt es Trainern, den Stoff „rüberzubringen“? Wecken und halten sie das Interesse der Lernenden am Thema? Das klappt besonders dann gut, wenn die Teilnehmer sich aktiv mit dem Lernstoff auseinandersetzen. Mit den Munterrichtsmethoden von Harald Groß sind die Lernenden – mit Lernerfolg und zugleich mit Freude – munter bei der Sache. Und das auch bei sperrigen Themen!

Lesen ist prima!
Schön, dass Sie in der neuen Ausgabe des TKB schmökern. Das ist eine tolle Sache: Fachartikel, Kursangebote und jede Menge Ideen. Toll, dass wir als Lesende all diese Informationen auf den gut 40 Textseiten aufnehmen und verarbeiten können. Und das als geübte Leser sogar schnell! Lesen ist ein prima Lernweg, mit dem wir uns Zugang zu ganz neuen Welten verschaffen und vieles lernen können.

Aber zugegeben. Es ist nicht immer so leicht mit der Gabe des Lesens. Laufend gibt es Nachschub an Lektüre. Immer wieder neue Texte. Bei dieser informationsmenge kann es schon mal passieren, dass wir zwar mit den Augen den Buchstaben und Zeilen folgen, mit den Gedanken aber ganz wo anders sind. Und am Ende einer Seite stellen wir fest: „Ehrlich gesagt weiß ich gar nicht, was ich hier gerade gelesen habe!“


Leserevier markieren reicht nicht
So geht es manchmal auch lesenden Lernern in unseren Kursen. Manche helfen sich dabei mit bunten Textmarkern oder Farbstiften. An- oder unterstrichen wird, was dem Lesenden im Text wichtig erscheint. Das kann sehr hilfreich sein, um am Ende der Lektüre - oder ein paar Tage danach - noch einmal auf einen Blick die zentralen Aussagen zu sehen. Manchmal aber sind auch ganze Sätze, Passagen, Seiten oder der ganze Text markiert. Dann haben wir als Lesende zwar ganz deutlich unser Leserevier markiert, die Sache mit dem Textmarker aber war wenig hilfreich. Hier kann eine der Munterrichtsmethoden für größeren Leseerfolg sorgen:

Schwärzen
Schwärzen ist eine ungewöhnliche Lesetechnik mit dem Ziel, wichtige Inhalte aus kurzen Texten herauszuarbeiten. So erklären Sie die Methode Ihren Teilnehmern: „Vor Ihnen liegt ein kurzer Text. Ich bitte Sie, diesen Text zu lesen. Ihre Aufgabe dabei ist, die Informationen, die Ihnen wichtig erscheinen, herauszustellen. Sie erhalten gleich einen schwarzen Filzstift. Schwärzen Sie alle Passagen des Textes, die Sie für unwesentlich halten. Sparen Sie nicht an der Tinte – sparen Sie an den Informationen, die Sie aus dem Text herausschälen und übrig lassen.“

Endlich Ballast abwerfen!
Oft sind die Teilnehmer zunächst überrascht. „Sollen wir das Unwichtige wirklich einfach wegstreichen?“, fragen sie. Die Vorstellung, Text und womöglich doch wichtige Informationen mit schwarzer Farbe zu „vernichten“ ist vielen unangenehm. Es kostet Überwindung, den Schwarzstift anzusetzen. Ich erlebe jedoch oft, dass Lernende nach anfänglicher Unsicherheit große Freude am Schwärzen entwickeln: „Wow, das ist gut! Endlich mal alles weg hauen, was nicht wichtig ist! Das ist wie ein Befreiungsschlag.“
Unterschiedlich ist, wem dabei welche Inhalte wichtig sind. Das wird deutlich, wenn Sie die Teilnehmer im Anschluss bitten, ihre „Schwarzarbeiten“ zu zeigen und zu berichten, was ihnen im Text so wichtig erschien, dass sie es nicht weg gestrichen haben. Häufig entsteht daraus eine lebhafte Diskussion: „Was ist nun das wirklich Wichtige an diesem kurzen Text? Worauf kommt es an?“ Dabei wird klar, dass die Frage vielmehr heißen müsste: „Was ist für mich das Wichtige? Worauf kommt es mir an?“
Schwärzen macht ein wichtiges Lernprinzip deutlich. Wir sieben laufend die Informationen heraus, die uns selbst wichtig erscheinen. Wann immer wir lesen, hören, diskutieren – wir suchen mit unseren mehr oder weniger transparenten Filtern die für uns bedeutsamen Inhalte und lassen den Rest möglichst fallen.
Lesen mit dem Schwarzstift fordert von den Lesern, selbstbewusste Entscheidungen zu treffen – mit einem neu gefundenen Mut zur Lücke. Das fällt manchen Lesern am Anfang schwer. Daher reiche ich den Lernenden gerne eine unversehrte Zusatzkopie des Textes. So steigt die Bereitschaft, munter wegzuschwärzen!
Zudem wichtig für den Erfolg: Geeignet sind kurze Texte bis zu einer Länge von maximal zwei Seiten. Viele Möglichkeiten gibt es bei der Wahl der Inhalte: Pfarrer Matthias Zimmermann gibt den Teilnehmern zum Beispiel die herausfordernde Aufgabe, schwärzend die wesentlichen Worte des Glaubensbekenntnisses
herauszuarbeiten ...
Und wenn Sie nun Lust haben, die Methode selbst auszuprobieren, dann schnappen Sie sich einfach einen schwarzen Flip Chart Marker. Machen Sie sich schwärzend an diesen Text. Haben Sie keine Skrupel. Sparen Sie nicht an der Tinte! Schälen Sie die für Sie zentralen Botschaften heraus. Viel Spaß! PS: Sie können sich aber die Seite aus dem TKB-Archiv im TT-Mitglieder-Intranet downloaden und ausdrucken und dann diese schwärzen.

Harald Groß Aktivierende Lehrmethoden für die Seminarpraxis
Trainieren mit und ohne Munterrichtsmethoden
Quelle: Trainerkontaktbrief Nr. 62 05/08
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Wie gut gelingt es Trainern, den Stoff „rüberzubringen“? Wecken und halten sie das Interesse der Lernenden am Thema? Das klappt besonders dann gut, wenn die Teilnehmer sich aktiv mit dem Lernstoff auseinandersetzen. Mit den Munterrichtsmethoden von Harald Groß sind die Lernenden – mit Lernerfolg und zugleich mit Freude – munter bei der Sache. Und das auch bei sperrigen Themen!

Ein Experiment zum Start: Stellen Sie sich vor, Sie nehmen an einer eintägigen Schulung zu einem Fachthema Ihrer Wahl teil. Es ist 13:00 Uhr. Gleich gibt es Mittagessen. Kurz vor der Halbzeit ziehen Sie erste Bilanz:


Fall 1: Ohne Munterrichtsmethoden®
„Oh je. Endlich Mittagspause. Das zieht sich heute. Und macht müde. Ich konnte zum Schluss eigentlich nichts mehr aufnehmen. Woran das bloß liegt? Na ja, der Dozent redet fast ununterbrochen. Schon über vier Stunden! Mit einer Minipause. Nur manchmal stellt er Fragen. Inhaltlich ist das wirklich viel und gut, was er da erzählt und mit den vielen Folien zeigt. Aber was nützt mir das, wenn ich mir nichts mehr merken kann. Ob es den anderen auch so geht?“


Fall 2: Mit Munterrichtsmethoden®
"Was? Schon Mittagspause? Die Zeit verging wie im Flug. Habe gar nicht bemerkt, dass es schon so spät ist! Woran das bloß liegt? Na ja, wir waren den ganzen Vormittag voll dabei. Gleich morgens bei der Raterunde. Eigentlich waren wir immer beschäftig: zuhören, Tabelle ausfüllen, lesen, nachfragen, mit dem Sitznachbarn beratschlagen. Und dann kam die Fallaufgabe in den Fachgruppen. Wahnsinn, was wir in der kurzen Zeit gemacht haben. Freue mich auf den Nachmittag!“


Mehr Spaß und bessere Ergebnisse
Fall 1 ist weitgehend eine „One-Man-“ oder „One-Woman-Show“. Der Dozent trägt vor, zeigt und erklärt. Für die Lernenden aber ist diese Form fast immer anstrengend und mühsam. Denn ihr Einsatz beschränkt sich darauf, zuzuhören, zuzuschauen und den Gedanken des Trainers zu folgen. Ganz anders bei Fall 2. Hier sind die Lernenden immer wieder und in unterschiedlichster Weise gefordert: Erklärend, lesend, schreibend, sehend, hörend, diskutierend und fragend erarbeiten sie den Lernstoff, angeleitet durch den Dozenten. Mit Hilfe der Munterrichtsmethoden® setzen sie sich aktiv mit dem Thema auseinander. Das bewirktnicht nur eine größere Verarbeitungstiefe, die Lernenden sind auch wacher bei der Sache und behalten viel mehr vom Lernstoff. Und: das Ganze macht Teilnehmern und Trainern einfach mehr Spaß!
Wirtschaftsrecht, Ernährungslehre oderjedes andere Spezialthema: Mit den Munterrichtsmethoden ® gelingt es, die Lernenden mit einfachen Mitteln zum Problemlösen, Durcharbeiten, Üben und Wiederholen zu verführen. Dabei geht es nicht nur munter zu, mit jeder Methode können ganz konzentriert Lernziele verfolgt werden. Und viele der Methoden fordern die Lernenden heraus. So kommt eine angenehme Spannung ins Seminarleben! In dieser und den nächsten drei Ausgaben des Trainer-Kontakt-Briefes finden Sie Kostproben aus der Methodensammlung. Weitere Methoden finden Sie im Buch „Munterrichtsmethoden“, erschienen im Schilling Verlag, Berlin.

Erste Kostprobe:
Die „Flammende Rede“

Am Ende einer Einheit wünschen Sie sich ein kurzes Feedback aller Teilnehmer. Die Zeit ist knapp – gleich gibt es Mittagessen und die Köchin duldet kein Zuspätkommen. Dennoch wünschen Sie sich in den verbleibenden fünf Minuten ein kurzes Feedback von allen Lernenden. Eine schwierige Situation, denn manchen in der Gruppe fällt es schwer, sich kurz zu fassen.
Mit der Flammenden Rede lassen sich munter beide Ziele verbinden: 10 kurze Statements in fünf Minuten und pünktliches Mittagessen. Sie erklären den Teilnehmern: „In wenigen Minuten gibt es das verdiente Mittagessen. Davor bitte ich Sie um ein kurzes Statement. Bitte blicken Sie auf die letzten Stunden. <Was war für Sie rückblickend besonders wichtig? Was beschäftigt Sie?>. Damit bis zum Mittagessen alle zu Wort kommen, machen wir es so: Wer an der eihe ist, erhält die Streichholzschachtel. Bevor Sie mit Ihrem Beitrag beginnen, entzünden Sie ein Streichholz. Ihre Redezeit dauert so lange das Streichholz in Ihren Händen brennt. Danach übergeben Sie die Streichhölzer an den Menschen, der weitermachen möchte. Wer als Erstes beginnen will, bekommt jetzt die Streichhölzer – und das Wort.“
Nach erster Überraschung geht es los. Kurz und prägnant benennen die Teilnehmenden ihre Eindrücke. Nach der letzten „Flammenden Rede“ beschließen Sie die
Runde und wünschen einen guten Appetit. Es ist 13:00 Uhr – die Köchin kann servieren! Aber Achtung: Bei größeren Gruppen mit vielen Teilnehmern und entsprechend vielen „flammenden Reden“ sollten Sie vor Start unbedingt prüfen, ob ein Rauchmelder dazwischen funken könnte...!

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